Archiv für Dezember 2008

Froh Neujahr!

In der Nacht auf den 31.12. haben ein oder mehrere Unbekannte die in der Feldstraße befindliche Wohnung des Titanicpächters W.Tiemann mit mehreren roten Farbbomben angegriffen, welche mensch nun zur Erheiterung auf der Fassade besichtigen kann.

Dies lässt auf ein aktionsreiches, antifaschistisches Jahr 2009 in Neumünster hoffen!
In diesem Sinne: Frohes Neues!

siehe auch hier

Fahrzeuge angegriffen

In der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember zerstachen Nazis einem Vorstandsmitlied der AJZ die Reifen des Fahrzeuges und beschädigten darüberhinaus den Wagen des Vaters.
Dies ist mit Sicherheit nichts wirklich Dramatisches, dennoch ist es das erste Mal seit langer Zeit, dass sich die Faschisten in Neumünster wieder zu ausweitenden Aktionen, abgesehen von Aufkleber verkleben oder AJZ Konzerte überfallen, hingeben.

Dass die Aktion jedoch nicht unter sonderlicher geistiger Vorbereitung verlaufen ist, zeigt wohl die Tatsache, dass die Heldenhaften vergeblich versuchten, eine Windschutzscheibe zu zerschlagen, welche in der heutigen Zeit bekannterweise ja alle einen Splitterschutz besitzen und damit quasi so gut wie unzerstörbar sind.
So weit so gut – Heute ist nicht aller Tage…

„Wir weinen schon von alleine!“

Solidarität ist eine Waffe
Aufstand ist ein Argument

Am Sa. den 20.12.08 findet in Hamburg eine überregionale Demo gegen den Mord an Alexis Grigoropoulos in Athen und die Freisprechung der verantwortlichen Polizisten an dem Tod von Oury Jalloh in Dessau und Laye Condé in Bremen statt. Alexis Grigoropoulos wurde von Mitgliedern einer polizeilichen Sondereinheit in Athen erschossen. Laye Condé wurde durch den Einsatz von Brechmitteln umgebracht und Oury Jalloh ist in einer Zelle verbrannt. Die Mobilisierung ist auf eure Unterstützung angewiesen! Sie soll ein öffentlich wahrnehmbarer Ausdruck von Protest und Solidarität mit den revoltierenden Jugendlichen in Griechenland sein.

Die aktuellen Widersprüche in der Gesellschaft die Streiks, die Kämpfe an den Universitäten und Schulen sind kein spezifisch griechisches Moment. Wir empfinden wir die Forderungen und Beweggründe der jetzigen Proteste in Griechenland als universell und auf uns übertragbar: Die Entwaffnung der Polizei, das Verbot von Tränengas, die Auflösung polizeilicher Spezialeinheiten und die Wut über kaum existierende juristischen Konsequenzen für Polizist_innen die im Amt foltern oder morden.

Solidarität mit den Betroffenen staatlicher Repression in Griechenland und überall!
Freilassung aller Gefangener und Einstellung aller Verfahren!
Kapitalismus abschaffen – Patriarchat versenken!

überegionale Demonstration
14 Uhr Uni Hamburg/ Allende-Platz
Richtung Hauptbahnhof/St.

Folgend seht ihr einen Brief Athener Schüler zur Beerdigung von Alexandros:

„WIR WOLLEN EINE BESSERE WELT!
HELFT UNS

Wir sind keine Terroristen, „Vermummte“, „Bekannte-Unbekannte“

WIR SIND EURE KINDER

Wir haben Träume- tötet nicht unsere Träume!

Wir haben Wucht- hindert nicht unsere Wucht.

ERINNERT EUCH!

Ihr wart auch mal jung,

jetzt lauft ihr dem Geld hinterher, eure einzige Sorge

ist nur die „Fassade“, ihr seid dick geworden, habt Glatzen bekommen

IHR HABT VERGESSEN!

Wir haben erwartet, dass ihr uns unterstützt

wir haben erwartet, dass ihr euch interessiert,

das ihr uns wenigstens einmal stolz macht.

VERGEBLICH!

Ihr lebt unechte Leben, ihr senkt eure Köpfe,

ihr habt die Hosen runtergezogen und wartet

auf den Tag, an dem ihr stirbt.

Ihr habt keine Phantasie, ihr verliebt euch nicht,

ihr schafft nichts.

Bloß kauft und verkauft ihr.

DIE MATERIE ÜBERALL

LIEBE NIRGENDWO- WIRKLICH NIRGENDWO

Wo sind die Eltern? Wo sind die Künstler?

Wieso kommen sie nicht raus, um uns zu beschützen?

SIE TÖTEN UNS
HELFT UNS

DIE KINDER

p.s.

Schmeißt keine Tränengase mehr,

WIR weinen schon von alleine .

Wieder zurück!

So, wir hatten in den letzten Tagen leider einige technische Probleme und auch einige Datenverluste.
Wir sind noch dabei, alles wiederherzustellen und bitten somit einfach um ein wenig Geduld.
Die Kategorie „Nazis in Neumünster“ wird also auch bald wieder vollständig vorhanden sein.

Griechenland brennt!

Am heutigen Donnerstag demonstrierten um 18 Uhr rund 50 GenossInnen durch die Kieler Innenstadt um ihre Solidarität mit dem ermordeten Griechen Alexis Grigoropoulos zu verkünden.
Wir sind der Meinung, dass es in dieser Zeit immer wichtiger wird, sich gegen staatliche Repression zu erheben und Polizeigewalt entgegenzutreten. Das Motto des „Freund und Helfers“ ist schon seit Jahrzehnten überholt (wenn es denn irgendwann mal Sinn ergeben hat) und eine generelle Kritik an dem Polizeiorgan ist zwingend notwendig. Missbrauch von Autoritätsprivilegien stehen an der Tagesordnung und eine gerechte Strafverfolgung ist in den seltensten Fällen erfolgreich.

Im Folgenden findet ihr den Aufruf zur heutigen Soli-Demo in Kiel:

Griechenland brennt!

Am vergangenen Samstag wurder der 15-jährige linke Jugendliche Alexis Grigoropoulos im alternativen Athener Stadtteil Exarchia von einem griechischen Polizisten durch einen Pistolenschuss ermordet. Dieses traurige Ereignis war der Auslöser für einen seit Tagen andauernden militanten Aufstand zehntausender Menschen, der sich von Athen über Thessaloniki mittlerweile auf ganz Griechenland ausgeweitet hat.

Dieser Aufstand, der unter anderem von anarchistischen Gruppen getragen wird, gedeiht auf der Grundlage von sich – nicht zuletzt im Zuge der weltweiten Finanzkrise – seit Monaten verschärfenden Protesten gegen die zahlreichen sozialen Missstände in Griechenland:
SchülerInnen, LehrerInnen und Studierende kämpfen für die Ablösung des mittelalterlichen Bildungssystems und eine Zukunftsperspektive, in den Knästen befinden sich weite Teile der Gefangenen im Hungerstreik gegen die menschenverachtenden Haftbedingungen. Die ArbeiterInnen rüsten sich für einen landesweiten Generalstreik. Die rechte Regierung weiß auf die brodelnden sozialen Kämpfe standesmäßig nicht anders zu reagieren als mit brutaler staatlicher Repression. In diesem Zusammenhang muss der Tod von Alexis‘ und der ausgelöste Flächenbrand betrachtet werden.

Wir wollen unsere Solidarität mit den kämpfenden Menschen in Griechenland bekunden. Wir sind wütend darüber, dass mal wieder ein Mensch in einer Auseinandersetzung mit der Polizei sterben musste, weil er ihre Autorität nicht anerkannt hat. Wir sind an der Seite derjenigen, die nun ihre Trauer zu Widerstand gegen den traditionell faschistoiden Polizeiapparat und die menschenfeindlichen Lebensbedingungen im Kapitalismus wandeln und den Versuch unternehmen, die staatliche Ordnung ins Wanken zu bringen. Wir sind zuversichtlich, dass die rechte Regierung gestürzt werden kann und hoffen auf noch viel, viel mehr…

Aber wir gehen nicht nur auf die Straße, weil wir unsere Solidarität mit den GenossInnen in Griechenland ausdrücken wollen, sondern auch, weil wir wissen, dass Polizeigewalt und soziale Missstände nicht griechische, sondern allgemeine Phänomene sind, deren Wurzeln in einem kapitalistischen System liegen, von dessen negativen Auswirkungen wir hier in Deutschland – wenn auch in erheblich unterschiedlichen Qualitäten und Ausprägungen – genauso betroffen sind, wie ein Großteil der Menschen weltweit.

Wenn wir für die griechischen GenossInnen auf die Straße gehen, sind wir ebenfalls auf der Straße für alle Opfer von staatlicher Gewalt. Und wir fühlen uns auch deshalb verbunden mit den trauernden Angehörigen von Alexis, weil wir wissen, dass auch in Deutschland PolizistInnen von Amtswegen her Menschen ermorden dürfen, ohne dass sie jemals zur Rechenschaft gezogen werden:
Am vergangen Montat wurden diejenigen Dessauer Polizeibeamten freigesprochen, die vor knapp drei Jahren mit offensichtlich rassistischen Motiven dafür verantwortlich waren, dass Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Gefangenenzelle verbrannt ist.

Und wir gehen nicht zuletzt deshalb auf die Straße, weil wir die sozialen Kämpfe, die derzeit in Griechenland toben, für eine adäquate Antwort halten auf die Zwänge und Normen, die Ausbeutung und Unterdrückung, denen auch wir alltäglich die Möglichkeit eines menschenwürdigen und befriedigenden Lebens zugunsten eines rassistischen, patriarchalen und kapitalistischen Systems opfern müssen.

Internationale Solidarität gegen mörderische Repression und kapitalistische Zumutungen!
Für eine revolutionäre Perspektive!

V.i.S.d.P.: Kostas Kordalis – Holzweg 7 – Kiel