Archiv für Dezember 2008

Wochenende 5./6. Dez – Ein Rückblick

Das vergangene Wochenende war gewiss kein erfreuliches für die Neumünsteraner Nazis – am Freitag (5.12.08) kommt es gegen 23 Uhr zu Auseinandersetzungen unter den Nazis in der Titanic, was in einer Prügelei ausartet. Erst das Einschreiten der Polizei und das Verhängen eines Platzverweises gegen einen der Titanic-Gäste kann die Lage wieder einigermaßen beruhigen.
Dies zeigt einmal mehr, dass die Unruhen und die Gewalt in der Friedrichstraße von der Titanic ausgehen, und nicht wie in den letzten Wochen von der Polizeidirektion dargestellt von AJZ-BesucherInnen während der Konzerte. Wenn die Nazis keine politischen Gegner finden können, müssen wohl die eigenen Mannen herhalten – Naja uns soll es Recht sein.

Am Samstag kämpfte dann also wie angekündigt Marco Müller beim „Time to Fight IV“ in der Stadthalle. Ausser ihm lassen sich keine Nazis erkenntlich blicken. Dies wird wohl auch mit der massiven Präsenz von Hells Angels Angehörigen zu tun haben, die in den vergangen Monaten (vor allem in Kiel) immer wieder von Nazis, aus dem Umfeld von Peter Borchert, angegriffen und z.T. lebensgefährlich verletzt worden sind.
Vielmehr versuchen die Faschisten ihren Frust dieses Wochende auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Großflecken loszuwerden, in dem sie Passanten anpöbeln und provozieren. Die Nazis machen sich fluchtartig aus dem Staub, nachdem die Polizei alarmiert wurde.
Nach 23 Uhr kam es dann noch zu einem Angriff von 4 Nazis in der Nähe des Großfleckens auf eine Gruppe (anscheinend unpolitischer) Jugendlicher. Dieser Schuss geht allerdings deut(sch)lich nach hinten los und endet für die Nazis mit einer Betreuung durch einen Krankenwagen und die Polizei.

Time to Fight IV

Marco

Am 6. Dezember 2008 finden wieder die mittlerweile alljährlichen Thaibox-Kämpfe in der Stadthalle am Kleinflecken statt. Der Veranstalter des „Time to Fight“ ist der (ehemalige) Grüne Arndt Bunk, der sich normalerweise stets von Rechtsextremismus distanziert. Wenn es um Sport geht, scheint er allerdings alle Jahre wieder gerne mal ein Auge zuzudrücken, bzw. sich von den Nazis Honig um den Mund schmieren zu lassen.

So tritt jährlich als fester Sponsor der ehemalige und vorbestrafte „Combat18 Pinneberg“ Aktivist Klemens Otto mit unterschiedlichen Geschäften auf. Des Weiteren sollte bereits im vergangen Jahr der seit Jahren aktive Neumünsteraner Nazi Marco Müller (auf dem Bild ganz links, mit KuKluxKlan-Tattoo / Seite des Club88 Kalenders) selbst als Kämpfer im Ring stehen. Durch rechtzeitiges Intervenieren des „Bündnis gegen Rechts Neumünster“ sagte er jedoch seinen Kampf kurzfristig ab.
In diesem Jahr wird er jedoch bei den Wettkämpfen antreten, auch wenn er aus der Werbung bewusst herausgehalten wurde.
Marco Müller beteuert gegenüber Bunk angeblich seinen Ausstieg aus der Szene, jedoch lassen die meisten seiner Kontakte, die vor allem bei den WM- und EM-Spielen der Deutschen Elf sichtbar wurden, einen breiten Spielraum, daran zu zweifeln.
Auch im Publikum, das zwar überwiegend aus KampfsportlerInnen und MigrantInnen besteht, tummeln sich vermehrt Neonazis. So kam es vor 2 Jahren nach den Kämpfen in der Stadthalle zu einem Übergriff von einem Neonazi aus der Titanic, der zuvor die Kämpfe besucht hatte. Darüberhinaus begaben sich viele Faschisten nach der Veranstaltung in die Friedrichstraße zur Titanic um sich dort mit Hitlergruß und „Sieg Heil“ zu begrüßen.

Genauere Infos zu Marco Müller und den Time to Fight Veranstaltungen in Nms erfahrt ihr unter folgendem Link. Wir stellen euch hierbei das Flugblatt des Bündnis gegen Rechts zur Verfügung.

Time to Fight IV

Den Pressebericht des Holsteinischen Couriers zu den Naziumtrieben der Wettkämpfe findet ihr HIER