Archiv für September 2009

NPD-Wahlkampf in Neumünster

Der schleppend anlaufende Wahlkampf der NPD in Scheswig-Holstein hat nun auch Neumünster erreicht. Für ihr Gefährt, mit dem die NPD dieses Jahr auch schon in Thüringen und anderen Bundeslländern unterwegs war, haben sie sich die euphemistischen Bezeichnung „Flaggschiff“ einfallen lassen, wohinter sich aber nicht mehr verbirgt als ein beiges Wohnmobil, deren oberer Teil rot lackiert wurde und den ein NPD-Logo sowie der ausländerfeindliche Schriftzug „Arbeit zuerst für Deutsche“ zieren. Mit diesem Wahlkampfmobil fuhren sie am Samstag, den 05. September durch die Neumünsteraner Innenstadt, zwar ohne anzuhalten und Materialien zu verteilen, jedoch mit Belästigung der PassantInnen durch stumpfe Redebeiträge von Ingo Stawitz und Daniel Zöllner. Beides keine Unbekannten: Stawitz wurde 2006 zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er sich beim Wahlkampfauftakt in Steinburg an einer Hetzjagd auf GegendemonstrantInnen beteiligt hatte und auf eine Person eingetreten hatte, obwohl diese schon am Boden lag. Derzeit ist Stawitz stellvertretender Landesvorsitzender derder NPD Schleswig-Holstein.
Zöllner nimmt eine Führungsposition innerhalb der AG Kiel ein, die für ihre Gewalt gegen Andersdenkende bekannt ist. Er persönlich beteiligte an diversen Übergriffen, u.a. auch am 16. Mai in Neumünster, als eine Gruppe von zehn vermummten Nazis vier TierrechtlerInnen überfallen und tlw. so schwer zusammengeschlagen hatten, dass diese ins Krankenhaus eingeliefert wurden.


In der Nacht vom 15. auf den 16. September haben die Nazis dann auch NPD-Plakate in luftiger Höhe an Laternepfählen verteilt, vor allem in Einfeld, u.a. direkt vor der Wohnung der Familie Seifert, an den Holstenhallen und in der Nähe des Wasserturms. Schon wenige Stunden später waren diese Plakate allerdings wieder verschwunden und wurden fachgerecht entsorgt. Bis zur Wahl sind es noch fünf Tage, daher ist es ratsam, weiterhin aufmerksam zu bleiben, da damit zu rechnen ist, dass die Nazis ihren Wahlkampf in Neumünster noch nicht abgeschlossen haben. Haltet eure Umwelt sauber!

Erneuter Anquatschversuch in Kiel

In Kiel ist es zu einem erneuten Anquatschversuch durch den Staat gekommen. Da gerade auch die Polizei in Neumünster im Vorfeld des Club88-Geburtstages ihre Wachsamkeit erhöht, dokumentieren wir im nachfolgenden einen Artikel der Autonomen Antifa-Koordination Kiel, um jedeN zu warnen und zu zeigen, was im Falle eines Anquatschversuches zu tun ist.
Wichtig ist, lasst euch weder von Bullen, Verfassungsschutz oder anderen Ämtern einschüchtern oder beeindrucken!
Keine Zusammenarbeit mit Staat und Polizei!

Am 19. August wurde erneut eine Person aus Kiel vom Verfassungsschutz angequatscht. Wir dokumentieren die Veröffentlichung:

Am Mittwoch den 19. August um 10.40 wurde ich in Kiel-Gaarden, Ostring Ecke Preetzer Str. von zwei Männern, die sich als Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums vorstellten, angesprochen. Ich gehe davon aus, dass es sich um Angehörige des Bundesamtes für Verfassungsschutz handelt.

Die zwei Typen sind mir schon vor der Ansprache aufgefallen, da sie nach meiner Wahrnehmung nicht in das Stadtbild des Viertels passten. Beide waren sportlich gekleidet, in Jeans und schwarzem Poloshirt bzw. T-Shirt, um die 30 Jahre alt und irgendwie zu glatt für diesen Stadtteil. Da sie außerdem an einem Fahrzeug mit HH-Kennzeichen standen, war ich der Annahme, dass sie mich nach dem Weg fragen wollten, als sie zielstrebig auf mich zu kamen.

Umso verdutzter war ich, als sie mich mit meinem vollen Namen ansprachen. Nach der Beschwichtigung, ich solle mich nicht erschrecken, stellte sich der Typ, der mich angesprochen hatte vertraulich als Karsten und seinen Begleiter als Herrn Jonas (oder so ähnlich) vor. Er sagte, sie seien vom Bundesinnenministerium, was mir schon reichte, um das „Gespräch“ sofort durch eine abwehrende Handbewegung und ein „Nein“ meinerseits abzubrechen und meinen Weg fortzusetzen. Sie riefen mir noch etwas wie: „Warum denn nicht?“ oder „Warum willst du denn nicht mit uns sprechen?“ nach, worauf ich nicht weiter reagierte.

Direkt danach habe ich Freund_innen und Genoss_innen über den Vorfall informiert und Kontakt zur Roten Hilfe und einem Anwalt aufgenommen.

Ich selbst bin seit Jahren in der linksradikalen Szene und der Kieler Subkultur aktiv, arbeitete zu verschiedensten Projekten und bin auch heute noch in einem Kollektiv tätig.

Kein Anquatschversuch passiert spontan und unvorbereitet, sondern bedarf auch immer einer gewissen Vorbereitung (evtl. Foto vom Einwohnermeldeamt, Observation, Telefonüberwachung,…) und Logistik. Die so genannten Werber (egal ob vom Bundesinnenministerium, von Landesämtern oder von polizeilichen Behörden) haben immer den Überraschungseffekt auf ihrer Seite. Außerdem stellt ein Anquatschversuch für den Angesprochenen immer eine Ausnahmesituation dar. So war es auch bei mir: trotz einer „theoretischen“ Vorbereitung innerhalb der Szene auf eine solche Situation, wurde ich völlig überrumpelt. Deshalb ist die einzig richtige Reaktion auf einen Anquatschversuch der sofortige Abbruch. Mensch sollte nicht auf die Idee kommen, sich mit den auf solche Situationen geschulten Staatlakaien zu messen.

Anquatschversuche sollen die angesprochene Person, aber auch die linke Szene insgesamt verunsichern und Misstrauen schüren. Sie dienen aber auch dazu Informationsquellen zu gewinnen, die dann Freund_innen und Genoss_innen aushorchen und verraten bzw. um Einschätzungen über politische Zusammenhänge zu gewinnen. So fanden im vergangenen Jahr bereits zwei weitere Ansprachen in Kiel statt.

Unser wichtigster Umgang mit solchen Ansprachen muss es sein, diese öffentlich zu machen. Zum einen um Misstrauen und Gerüchten innerhalb der linken Szene vorzubeugen, zum anderen um das Ziel der geheimen Informationsbeschaffung für welche Behörde auch immer so unattraktiv wie möglich zu machen.

Es kann jede und jeden von uns treffen.
Keine Zusammenarbeit mit Justiz, Bullen und Geheimdiensten.

Falls euch ähnliches passiert, wendet euch an die Rote Hilfe (www.rote-Hilfe.de) und besprecht den Vorfall mit Freund_innen und Genoss_innen.

Siehe auch: Anquatschversuch wegen Antifa-Aktivitäten in Kiel

Benefiz-Konzert für die T-Stube RD

Am 11. September findet in der Nordmarkhalle Rendsburg ein Soli-Konzert für die T-Stube statt, um die enstanden Kosten durch den Brandanschlag im Juli begleichen zu können.

Weitere Infos findet ihr auf der Myspace-Seite der T-Stube
Karten könnt ihr unter anderem auch im Internet beim Kartenhaus/Ticketmaster bestellen.

T-Stube Benefiz-Konzert