Archiv für Juni 2010

Naziaktivitäten in Schleswig-Holstein

„21.06.10
Am vergangenen Donnerstag und am Wochenende fanden mehrere öffentliche Aktionen von FaschistInnen in Schleswig-Holstein statt. Neben einer kleinen Kundgebung der NPD in Kiel, einem NPD-Infostand in Nortorf und einer DVU-Miniaktion in Lauenburg gab es auch eine größere Nazi-Aktion in Bargteheide nahe Hamburg, an der vor allem schleswig-holsteinische und hamburger Neonazis aus dem Spektrum der so genannten „autonomen Nationalisten“ teilnahmen.

Bereits am Donnerstagabend, 17. Juni kam es in Kiel zu einer Kundgebung von ungefähr 15 Neonazis aus dem Kreis der lokalen NPD und „Aktionsgruppe Kiel“. Die Neonazis tauchten gegen 19 Uhr in der Holstenstraße auf, hielten eine stationäre Kundgebung ab und verschwanden gegen 20 Uhr wieder in ihren Autos. Thema der Kundgebung neben beliebiger Nazi-Propaganda war der 17. Juni 1953 – dem Tag des ArbeiterInnenaufstands in der damaligen DDR. Während ihrer Aktion zogen sie den Unmut vieler Passant_innen auf sich und mit der Zeit trafen auch immer mehr Antifaschist_innen in der Innenstadt ein, zu nennenswerten Störungen der Nazi-Aktion kam es aber leider nicht mehr.

Am Samstag, 19. Juni, kam es dann zu drei weiteren faschistischen Aktionen in Schleswig-Holstein: In Bargteheide plante die Neonazigruppierung „NaSo Stormarn“ einen Aufmarsch durchzuführen. Für diese Aktion mobilisierten die Nazis landesweit aber nicht öffentlich. Gegen 12 Uhr versammelten sich ca. 50 Neonazis am Bahnhof in Bargteheide, welche aus allen Teilen des Landes und aus Hamburg kamen, um von dort aus zum Marktplatz zu gehen. Kieler Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“, darunter Daniel Zöllner und Thomas Breit, waren hier genauso anwesend wie der Hamburger Neonazi Christian Worch, welcher später noch auf der DVU-Kundgebung in Lauenburg sprach. Die Neonazis hielten eine Kundgebung auf dem Marktplatz ab, ihre Selbstdarstellung war martialisch, viele waren schwarz gekleidet, mit Knüppeln bewaffnet und teilweise vermummt. Die ganze Aktion war angemeldet, wurde jedoch seitens der Polizei und der bürgerlichen Presse im Vorfeld konsequent verschwiegen. Trotzdem waren über 100 Nazigegner_innen in Bargteheide unterwegs. Örtliche Antifaschist_innen mobilisierten mit Flyern gegen die Kundgebung und die Nazis sahen sich immer wieder direkten Aktionen von autonomen Antifas ausgesetzt. Die Faschist_innen wurden mehrfach direkt, u.a. mit Flaschen und Steinen angegriffen, so dass ihr klandestin geplanter Auftritt wohl nicht zum gewünschten Erfolg werden konnte.

Angekündigt hingegen hatte sich die in Bedeutungslosigkeit versinkende DVU mit einer Kundgebung in Lauenburg. Doch auch hier wurden die diesmal nur mit lediglich 8 Teilnehmer_innen vertretenen Nazis gegen 15 Uhr von über 100 Nazigegner_innen empfangen. Die Kundgebung der DVU fand auf einem menschenleeren Platz statt, nur wenige Menschen dürften überhaupt etwas von dieser Aktion mitbekommen haben. Ähnlich sah es in Nortorf aus, wo ganze 6-10 Nazis aus Neumünster gegen 12 Uhr einen Infotisch der NPD aufbauten.“

Quelle: http://www.antifa-kiel.org/index.php/news/items/oeffentliche-naziaktivitaeten-in-schleswig-holstein.html

02.07.2010, 16 Uhr, Hbf Kiel: Antifa-Soli-Demo

Solidarität mit Claudiu C. und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt! – Schluss mit der Nazigewalt in Kiel – Weg mit der neonazistischen „Aktionsgruppe Kiel“! mehr dazu hier

26.06.: Intern. Sommerfest (Postparkplatz)

Hardt gibt Zuständigkeit für so genannte „Polenschlüssel“ ab

Alexander Hardt, Mitglied der inzwischen verbotenen Bandidos Neumünster, fungierte als Kontaktperson zum Vertrieb von Einbruchswerkzeugen wie Schlagschlüsseln, wofür er die Adresse des Club 88 angegeben hatte. Die entsprechende Internetdomain ist weiterhin auf Hardt gemeldet, den Kontakt hat nun allerdings Lars Bergeest übernommen, ein alter Freund von Hardt, den er aus dem Kreis Ostholstein kennt, wo beide als Neonazis aktiv waren. Das Postfach, das Bergeest für den Kontakt nutzt, befindet sich in Bordesholm.

Bergeest, der eine wichtige Rolle bei „Blood&Honour“ Dänemark innehat, stammt ursprünglich aus Cismar, Hardt hat eine Zeit lang in Neustadt i.H. gewohnt und stand dort 2006 auch wegen der Schändung des „Cap Arcona Denkmals“ im Zuge einer „Combat 18″-Aktion vor Gericht. Auch in jüngster Vergangenheit fielen beide mehrfach auf: Hardt wurde gerade im „Kommando Freisler“-Prozess verurteilt, Bergeest besuchte mit der DNF noch im März diesen Jahres den Naziaufmarsch in Lübeck.

Mehr dazu hier.

April: Nazi-Aufmarsch in Lübeck blockiert

Nach nur 400 Metern war Schluss mit dem sogenannten „Trauermarsch“ der Rechtsextremisten am 27. März 2010 in Lübeck: Sitzblockaden von Neonazigegnern an drei zentralen Stellen der geplanten Demonstrationsroute sorgten dafür, dass nur wenige Lübecker vom Aufmarsch der Rechten etwas mitbekamen. Nach knapp 60 Minuten war der braune Spuk vorüber, den rund 250 Neonazis zuvor vollmundig als „Marsch auf Lübeck” angekündigt hatten. weiterlesen

Hintergrundinformationen hierzu findet Ihr bei Recherche Nord. Auf der gleichen Seite findet Ihr zudem einige Bilder.