Archiv für April 2015

NMS: Proch macht sich zum Gespött des World Wide Web

Von shz.de:

Wie das Netz den NPD-Kandidaten für Neumünster vorführt
vom 23. April 2015
Aus der Onlineredaktion

Sollte man als Bürgermeisterkandidat ein paar Sätze fehlerfrei schreiben können? Mark Proch scheint das egal zu sein.

Neumünster | Die Facebook-Gruppe „Hooligans gegen Satzbau“ hat sich eine besondere Mission auf die Fahnen geschrieben. Nazis werden bei etwas unterstützt, das gerade sie besonders gut beherrschen müssten, es aber nicht tun: der deutschen Sprache. Einer ihrer jüngsten „Nachhilfeschüler“ kommt aus Schleswig-Holstein. Mark Michael Proch ist führendes Mitglied der „Shegida“-Bewegung in SH. Am 10. Mai kandidiert er für die NPD bei der Oberbürgermeisterwahl in Neumünster.

In dieser Funktion veröffentlichte Proch auch den Facebook-Eintrag, der nun im Netz für Belustigung sorgt: „Die heutige Wahlkampfveranstaltung in Nms war mehr wie glungen ! Ohne organisierte Proteste und ohne linke Hetzte haben wir soviel Zuspruch erfahren wie selten ! Viele Gespräche zeigen uns das wir auf dem richtigen Weg sind ! Danke an alle Helfer und die Offenheit der Bürger ! Wir für unsere Heimat und die Zukunft unserer Kinder ! Ihr Bürgermeisterkandidat Mark Proch !“

In jedem Satz mindestens ein Fehler! Ein Fall für die „Hooligans gegen Satzbau“. Sie greifen den Beitrag auf und antworten: „Hallo Mark Michael, da Sie für das Amt des Bürgermeisters in Neumünster antreten, ist es von großer Bedeutung, die deutsche Sprache zu beherrschen. Das gilt natürlich besonders für Sie als NPD-Politiker. Dass Aufrechtdeutsche™ da so ihre Schwierigkeiten zu haben scheinen, ist auch uns bereits aufgefallen. Aber deshalb gibt es ja uns! Wir helfen gerne.“

Dann folgen die zahlreichen Korrekturen. Hätten Sie alle Fehler gefunden?: „Die heutige Wahlkampfveranstaltung in N[eu]m[ün]s[ter] war mehr [als] g[e]lungen[…]! Ohne organisierte Proteste und ohne linke Hetz[…]e haben wir Zuspruch erfahren wie selten [zuvor][.] Viele Gespräche zeigen uns[,] das[s] wir auf dem richtigen Weg sind[…][.] Danke an alle Helfer und [für] die Offenheit der Bürger[…]! Wir [stehen ein ]für unsere Heimat und die Zukunft unserer Kinder[…][.]
Ihr Bürgermeisterkandidat Mark Proch[…]“

„HoGeSa“ hat noch drei weitere Tipps, die sie dem NPD-Kandidaten ans Herz legen:

- „Ausrufezeichen stehen nach Imperativsätzen, Ausrufen und wenn man einem Satz besonderen Ausdruck verleihen möchte. Ihn nach jedem beliebigen Satz zu setzen, ist äußerst unelegant und zeugt von wenig Vertrauen den eigenen Satzinhalten gegenüber.“
- „Leerzeichen stehen ausschließlich HINTER einem Satzzeichen, wenn dieses am Satzende steht – wann versteht ihr Reichsbürger™ das endlich?“
- „Besonders als Politiker in spe sollte man sich der Grammatik der Sprache des Landes widmen, in dem man antritt. Noch dringlicher wird dies, wenn man einer nationalistischen Partei angehört.“

Der Facebook-Post wurde mittlerweile über 50mal geteilt. Fast 300 Menschen klickten auf „Gefällt mir“.“