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[SE] „Antifa gab den Rechten jede Menge Saures“ – 120 Leute auf Halloween-Demo


120 Leute sind dem Aufruf der neu gegründeten Antifa Bad Segeberg gefolgt und haben unter dem Motto „Saures für Nazis“ ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsruck gesetzt. Anlass für die Halloween-Demo, an der einige Aktivist*innen passend zum Datum als Zombies, Guy Fawkes, Geister oder Pirat*innen verkleidet teilnahmen, war die drohende Normalisierung extrem rechter Propaganda im öffentlichen Raum, das vermehrte Auftauchen von Stickern der Identitären Bewegung oder anderer Nazigruppen in Bad Segeberg sowie der jüngst erfolgte Angriff auf die Wohnung eines Menschen aus Syrien in der Hamburger Straße. Bisher noch unbekannte Täter hatten nicht nur Wertsachen gestohlen und in die Wohnung uriniert, sondern auch Hakenkreuz-Schmierereien und AfD-Parolen hinterlassen.

Schon am Startpunkt der Demo am Bahnhof wurde schnell klar, dass es weit mehr Teilnehmer*innen werden würden als die erwarteten 30 bis 50, und das, obwohl die Demo recht kurzfristig organisiert und auch nur digital beworben worden war. Mit Halloween-Transparenten wie „Saures für Nazis“ oder „Kannibalismus gehört zu unseren Riten – Esst mehr Antisemiten“ oder aber Spruchbändern wie „Rechtsruck? Hart backbord!“ und „Rassismus tötet“ sowie lauten, geflüchtetensolidarischen und antifaschistischen Parolen zog der Demozug dann durch einige Wohnviertel, in denen viele Leute auf ihren Balkonen oder am Wohnzimmerfenster das Treiben beäugten. „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“ oder „Nationalismus raus aus den Köpfen“ schallte durch die dunklen Straßen, Antifa-Fahnen wehten im Nebel der Rauchfackeln, ab und zu detonierten Feuerwerkskörper – ein bißchen gespenstsich wirkte das Szenario schon, wobei die Demo zwar in den ersten Reihen aus einem kämpferischen Schwarzen Block bestand, durchaus aber ein breites gesellschaftliches Spektrum abdeckte. Neben ehemaligen HaK-Aktiven haben sich auch ältere Einwohner*innen Bad Segebergs, Gewerkschaften wie die IG Metall, die Grüne Jugend und andere Initiativen an der Demo beteiligt. Die Ankündigung „Make racists afraid again“ bezieht sich vor allem auch auf das Versprechen der Antifaschist*innen in Hamburg und Schleswig-Holstein, sich auch zukünftig den Nazis da in den Weg zu stellen, wo sie auftauchen, und ihre Umtriebe publik zu machen. Dabei sollen eben auch im Hinterland Strukturen aufgebaut werden, weshalb die Antifa Bad Segeberg nach dem Einbruch der linken Szene durch den Abriss des HaK wieder ein breites Bündnis in der Stadt aufbauen will und hierzu ein Vernetzungstreffen ankündigt. Termin und Ort wollen die Genoss*innen in den nächsten Tagen bekannt geben, checkt einfach https://www.facebook.com/Antifa-Bad-Segeberg-752260121625484/.

Mit der Demo ist zu dieser Vernetzung ein erster Beitrag geleistet, viele Segeberger*innen und auch die Presse reagierten positiv: „Antifa gab den Rechten jede Menge Saures“ titelte die Segeberger Zeitung (http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Segeberg/Bad-Segeberg-Demo-mit-120-Teilnehmern-Antifa-gab-den-Rechten-Saures), in den Segeberger Nachrichten hieß es, „mehr als doppelt so viele Teilnehmer als erwartet“ seien gekommen (http://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Viele-Teilnehmer-bei-Halloween-Demo-gegen-Rechts).

Mehr Bilder findet ihr unter https://www.facebook.com/afanms/posts/372967099793688

[SE] 31.07.2017: Halloween-Demo „Saures für Nazis“

SAURES FÜR NAZIS – MAKE RACISTS AFRAID AGAIN! 31.10.2017, 18:00 BAHNHOF SEGEBERG

Die Genoss*innen der neu gegründeten Antifa Bad Segeberg laden ein zur Halloween-Demo. Also Kostüme basteln und out on the streets!
Blog der Demo mit allen Infos: sauresfuernazis.blogsport.eu
Mobi-Jingle hier
Demo-Plakat hier
Antifa-Radio zu Segeberg hier

Termine im Oktober/November

Oktober 2017:
- 28.10., 20:00: Lesung „Alltäglicher Ausnahmezustand“ von KOP Kiel in der hansa48 (KI)

November 2017:
- 03.11., 19:00: Punkrock-Konzi mit Don Kanaille, Martin Hagedorn-Band, Der Mock, in der AJZ Neumünster
- 11.11., 19:30: Konzert Esther Bejarano feat. Microphone Mafia + The Dirty Dozen, im statttheater
- 13.11., 19:00: Lesung „Reichsbürger: Eine unterschätzte Gefahr“ mit u.a. Andreas Speit, in der Bücherei Krauskopf

Alle aktuellen Termine findet ihr auch unter http://antifanms.blogsport.de/termine/ oder auf unserer Facebook-Seite.

[NMS] Fr, 13.10.: NSU-Infotour zu Gast in der AJZ

„Kein Schlussstrich! Zu NSU-Komplex & Urteilsverkündung“
Fr, 13.10.2017, 19:30 Uhr, AJZ Neumünster

Zwischen 1999 bis 2011 beging der selbsternannte „Nationalsozialistische
Untergrund“ (NSU) drei Bombenanschläge und zehn Morde. Unter ihren
Opfern befanden sich die migrantischen Kleinunternehmer Enver Simsek,
Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kiliç, Mehmet Turgut,
Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik und Halit Yozgat.
Erst im Jahr 2011 enttarnte sich die nationalsozialistische Terrorgruppe
selbst. Zwar war der NSU das Werk von militanten Neonazis, ohne die
Verwicklungen des Verfassungsschutzes, den Rassismus in Polizei und
Gesellschaft hätte es ihn jedoch nie in dieser Form gegeben.

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess
gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe und seine Unterstützer André
Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich
Ende 2017 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende
gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt, es bleiben
mehr Fragen als Antworten.


Die Kampagne „Kein Schlussstrich!“ ruft daher zum Prozessende dazu auf,
den NSU nicht zu den Akten legen und auf die Straße gehen.
Aktivist_innen vom Bündnis gegen Naziterror und Rassismus aus München
werden im Rahmen dieser Veranstaltung den NSU-Komplex, die staatlichen
Verwicklungen und gesellschaftliche Verantwortung sowie offene Fragen,
den Prozess und die geplanten Aktionen am Tag der Urteilsverkündung
behandeln. Zum Tag X wird sowohl zu einer zentralen Demonstration nach
München mobilisiert, als auch zu dezentralen Aktionen aufgerufen. Auch
für Kiel laufen enstprechenede Vorbereitungen, die ebenfalls vorgestellt
werden sollen.

[SH] Wahlkampf? Haltet eure Städte sauber!


Die Parteien stecken Unsummen in den Druck von Wahlplakaten, allein die NPD hat angekündigt, bundesweit „hunderttausende“ Plakate aufhängen zu wollen, um kurz vor der Wahl ihre rassistischen Thesen nochmal ins Gedächntnis zu rufen. Insbesondere die AfD setzt dabei auf provozierende, geschmacklose Motive – was aber nur aufgeht, wenn die Motive auch gesehen werden. Daher rufen wir dazu auf, Wahlplakate für rassistische und nationalistische Parteien umzugestalten, weist so auf ihre Widersprüche hin und macht sie lächerlich.

Manchmal geht es natürlich schneller, sie zu entfernen, sie unkenntlich zu machen oder einen Widerstand der Region zu verdeutlichen. Ob mit Wut oder Kreativität, mit Aufklebern, Farbe, der Astschere oder bloßen Händen: Macht deutlich, dass in Schleswig-Holstein kein Platz ist für Rassismus.

Gegen jeden Rassismus – Den Wahlkampf von AfD und NPD sabotieren!
https://nationalismusistkeinealternative.net/wahlkampf-haltet-eure-staedte-sauber/