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[SH] 27.4.17: Aukrug, do it again! Proteste gegen Gauland-Besuch


Die AfD in Schleswig-Holstein hat es aber auch nicht leicht. Die Partei plagen interne Querellen, sie steckt im Umfragetief, ihre Wahlwerbung wird meist schnell entfernt oder umgestaltet, Wahlkampfveranstaltungen können wegen antifaschistischer Proteste nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden – wenn überhaupt eine Location gefunden wird. In Flensburg und im Elmshorner Umland mussten Auftritte von AfD-Bundesprominenz zuletzt abgesagt werden, weil kein Austragungsort gefunden werden konnte bzw. diese ihre Zusagen nach antifaschistischer Intervention zurückgezogen hatten.

Auf dem von 20.000 Protestierenden gestörten Bundesparteitag in Köln hat sich die Partei nun noch brauner positioniert, indem sie ihren Rechtsaußen Alexander Gauland ins Spitzenduo für die Bundestagswahl gewählt hat. Gauland zitiert NPD-Parolen („Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land.“), verwendet Nazijargon („Es ist die Sache der Polen, zu entscheiden, wie viele Flüchtlinge sie in ihrem Volkskörper haben wollen.“), provoziert mit rassistischen („Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“) und islamophoben Äußerungen (er forderte „ein genereller Einreisestopp für Menschen aus muslimischen Ländern, in denen die politische Lage stabil ist“) und steht für eine knallharte law & order-Politik („Nicht durch Reden werden die großen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Eisen und Blut“). Damit avancierte er zum „Liebling“ der angeblichen Lügenpresse. In der Frankfurter Rundschau hieß es in einer Kolumne: „Die Leute denken auch, die Freunde von dem Gauland seien nicht ganz koscher. Wer schon so heißt, wie sich ein Vergnügungspark für Nazis nennen würde – das Gauland, Spaß für die ganze Arier-Sippe –, der würde auch Eintrittspreise für das nächste Pogrom nehmen.“ Das Satire-Magazin Titanic titelte zur Bundespräsident*innenwahl: „Muß es denn immer ein Mensch sein – warum nicht mal ein Nazi?“

Eben dieser Gauland kommt nun am Donnerstag, den 27.04.2017 nach Schleswig-Holstein, ins beschauliche Aukrug. Aukrug? Da war doch was? Richtig, schon anlässlich des Besuchs von Frauke Petry war das ganze Dorf auf den Beinen, um der AfD zu zeigen, was mensch im Hinterland von den AfD-Hinterwäldlern hält. Dank „Tivoli“-Wirt Sven L. kann aber nicht nur der Besuch von Gauland im Norden stattfinden, sondern morgen (!), d.h. am Montag, den 24.04.2017, auch eine Veranstaltung mit den Landesvorsitzenden von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Im Dorf ist die Freude bisher verhalten. In der Gruppe „Aukrug on Facebook“ reichten die Kommentare von „nicht schon wieder“ über „ich kotz gleich“ bis zu „2x in der Woche AfD hier in Aukrug?“ – “2x zuviel“. Wir hingegen sind schon Feuer und Flamme für eine weitere Runde: Aukrug, do it again! Proteste gegen die AfD, jeweils 18 Uhr, vor dem Tivoli! Es gibt kein ruhiges Hinterland!

[NMS] AfD-Politiker Reil mit reichlich Gegenwind


Freundlich fiel der Empfang für den AfD-Antiziganisten aus dem Ruhrpott, dessen Besuch in der Stadt an der Schwale unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen stattfand, in Neumünster gestern nicht aus. Antifas begrüßten ihn vor der Stadthalle mit Sprechchören wie „AfD Rassistenpack – Wir haben euch zum Kotzen satt“. Unerfreulich für die extrem rechte Partei im Umfragetief auch, dass nur 40 ihrer AnhängerInnen sich im Saal einfanden, in dem sonst 500-800 Menschen Platz finden.

Mehr zu Schaffen machen dürfte Reil aber wohl gerade der Angriff auf sein Wohnhaus in Essen. Gestern Nacht wurden Anti-AfD-Parolen sowie der Schriftzug „Arbeiterverräter“ an die Hausfassade des Ex-SPDlers gesprüht sowie sein Auto tiefergelegt und entglast. „Sein Auto – ein Peugeot 206 CC – sei Schrott. Auf dem finanziellen Schaden wird Reil wohl sitzen bleiben: Er sagte der Zeitung, dass er für solche Schäden nicht versichert sei,“ so heißt es in einem Zeitungsbericht.

#keineruhefürdieafd #nikash

[HL] 19.04.17: Solidarisch gegen den Hass – Keine Stimme der AfD


#AfD-Veranstaltung in #Lübeck zum Desaster machen! 19.04.2017, 18:00, Mediadocks
Achtet auf weitere Ankündigungen der Genoss*innen aus Lübeck unter https://twitter.com/AntifaLuebeck und luebeck.systemausfall.org

[KI] 29.04.: Antifa-Soliparty „Anna und Arthur tanzen..“ in der Meierei

Antifa NMS proudly presents
Anna und Arthur tanzen… Antifa-Solikonzi mit After Show-Party
Sa, 29.4.17 – ab 21 Uhr in der Alten Meierei, Kiel
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Live-Acts:
Yansn (HipHop, Berlin)
The first last (Progressive Grunge, Kiel)
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After Show DJ*anes:
Sugarhigh & Lovestoned (Oldschool-HipHop)
Lexi Love (mostly 80s / Female MC’s / HipHop)
Kimchi'‘Eukimchi (Korean / 90s / Eurodance)
JoyBoy (das heißeste aus Punk / Wave / Pop / Rock)

Mehr zu YANSN:
Die queerfeministische Rapperin Sookee, die wie Yansn für das Berliner HipHop-Label Springstoff performt, schreibt über ihre Kollegin: „Yansn erlebt man meistens quirlig und gutgelaunt, das macht sie live zu einer bewegungsstarken, hyperpositiven Granate.“ Ob auf der Pride Parade oder bei Antifa-Solifestivals, wenn’s um die gute Sache geht ist die Kreuzbergerin mit den gesellschaftskritischen Texten, die sechs Monate in armen Verhältnissen in Brasilien lebte, gerne am Start. Gerappt wird hauptsächlich auf Deutsch, Portugiesisch oder Englisch, zeitweise lässt sich jedoch auch die ein oder andere Zeile in Arabisch oder Urdu entdecken.

Reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=xLoZZW1KdhM

Mehr zu THE FIRST LAST:
Die Progressive Grunge-Band The First Last, bestehend aus den vier Freunden Paul (Gesang), Fabian und Dennis (Gitarre) und Freddy (Schlagzeug), rockt mit ihren teils politischen, teils sehr persönlichen Songs seit 2014 Bühnen im Norden. Ihre „Mischung aus Rock-, Grunge-, Punk-, Blues- und alternativer Musik“ lässt sich schwer in Worte fassen – kommt am besten selber vorbei und lasst euch überzeugen.

Reinhören: https://soundcloud.com/thefirstlast

Danach gibt’s nice Musik vom Plattenteller: Ob zu HipHop-Klassikern von Sugarhigh & Lovestoned, 80s von Lexi Love, Korean/Eurodance von den unvergleichlichen Kimchi'‘Eukimchi oder Punk von dem legendärem JoyBoy, da schwingen Anna und Arthur das antifaschistische Tanzbein gegen Repression und Unterdrückung.

#InternationalWomensDay: Feminismus-Vortrag online


Heute haben sich in #Kiel über 800 Menschen am #WomensMarch beteiligt, vorne gab es einen lautstarken #FLTI-Block mit mehreren Hundert! Passend zum Thema haben wir auf unserem Youtube-Channel den Vortrag „Was ist eigentlich Feminismus?“ (oder: „Antifa heißt mehr als Nazis jagen“) hochgeladen, der vor ein paar Wochen bei einem Antifa-Wochenende in Neumünster gehalten wurde. Im Vortrag geht es um die Geschichte des und aktuelle Debatten im Feminismus, aber auch um die Frage, wie und warum Antifa-Gruppen und linke Freiräume queerfeministischer gestatltet werden können und sollten.
In diesem Zusammenhang nochmal die Erinnerung: Am Samstag alle nach Lübeck, dort den #WomensMarchHL supporten. 13 Uhr geht’s los am Holstentor. Jeder Tag ist Frauen*kampftag – Smash Patriarchy!