Im Februar wird bei der oben genannten Aktivistin das Fenster ihrer Wohnung mit Farbe beschmiert und in derselben Nacht sprühten Nazis im Eingangsbereich ihrer Arbeitsstelle den Spruch „du weiß Bescheid“ (Fehler im Original).
Im April wird eine ihrer Fensterscheibe mit Pflastersteinen eingeworfen.
Am 15.April verteilt das „Bündnis gegen Rechts“ stadtweit 15.000 Flugblätter gegen den Club 88. Mit dieser Aktion wurde erstmalig ein großer Teil der Neumünsteraner Bevölkerung über die Existenz des Club 88 informiert und die regionale Presse wird aufmerksam. In Faldera versuchen 15 Nazis, die u. a. mit einem Fahrzeug der Neumünsteraner Baufirma TOBAU vorfahren, die VerteilerInnen anzugreifen. Da diese jedoch ruhig stehen bleiben und nicht in Panik wegrennen, sehen die Nazis von einem Angriff ab. Es werden die Polizei sowie andere Verteilergruppen informiert, so dass die Aktion zu Ende geführt werden kann.
Eine Woche später verteilen Nazis als Reaktion auf das antifaschistische Flugblatt ein Flugblatt für den Club 88, in dem ein Polizeisprecher zitiert wird, der den Club 88 (siehe Foto) als ruhigste Kneipe Neumünsters bezeichnet haben soll, sowie steckbriefartig das oben genannte Bündnis Mitglied abgebildet wird.
Im Juni wird die AJZ mit Hakenkreuz und SS-Runen beschmiert, außerdem wird ein Mitarbeiter der AJZ in der Stadt Überfallen. Er wird von hinten niedergeschlagen und es werden ihm Plakate für die Demo gegen den Club 88 entwendet.
Einen Tag vor der ersten Demo gegen den Club 88 werden in den Innenstadt Plakate mit der Überschrift „ANTIFA HEISST BRAND STIFTEN“ verklebt, in dem behauptet wird, dass „kriminelle Antifaschisten einen Brandanschlag auf eine Neumünsteraner Firma verübten“. Bei der Firma handelt es sich um die Firma TOBAU, auf deren Hof ein Bauwagen in Flammen aufgegangen war.
Am 24. Juni demonstrieren erstmalig über 800 Menschen für die sofortige Schließung des Club 88.
Am 2. September demonstrieren ca. 350 Nazis aus ganz Deutschland für den Club 88. 500 Menschen blockieren die Naziroute am Kleinflecken und verhindern so dass die Nazis durch die Innenstadt marschieren konnen.
Die Nazis müssen die Demo vorzeitig abbrechen.
Am 16. September marschieren erneut mehrere hundert Nazis aus ganz Deutschland für den Club 88. Aufgrund des brutalen Polizeieinsatzes und 101 Fest- und Gewahrsamnahmen von AntifaschistInnen konnten die Nazis ungestört durch Neumünster marschieren. Im Vorfeld der Nazidemonstrationen gibt es mehrere Anschläge auf AntifaschistInnen. So wurde beim Auto einer Antifaschistin die Radkappen gelöst(!), einem Antifaschisten sechsmal die Reifen seines Autos zerstochen, sowie mehrmals die Scheiben seines Autos eingeschlagen.
Spätsommer/Herbst: Ein von der Stadt Neumünster eingeleitetes Verfahren für die Schließung des Club 88 scheitert vor Gericht. Die Stadt hatte unpolitisch lediglich mit dem Gaststättenrecht argumentiert.
Auf einer Nazi-Demonstration in Lübeck sagt Peter Borchert, „dass es gelungen sei, in Neumünster mit dem Club 88 eine „National befreite Zone“ zu schaffen“. Er lud zum Vierjährigen Jubiläum ein.
Innerhalb weniger Stunden werden etwa 100 AntifaschistInnen, darunter viele Gadeländer BürgerInnen, zu einer Mahnwache vor den Club 88 mobilisiert.
Oktober: Eine deutsch-türkische Familie, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Club 88 Konzessionsinhaberin Christiane Dolscheid und der Firma TOBAU wohnte, wird über mehrere Wochen terrorisiert. So wurde ihr Auto angezündet, auf das unbeleuchtete Fenster ihrer Wohnung wurde mit scharfer Munition geschossen(!) und es wurde ein Brandanschlag auf die Wohnung verübt.
Ebenfalls wurden vor ihre Wohnungstür 18 Stücke verfaultes Fleisch gelegt (die Zahl 18 steht symbolisch für Adolf Hitler).
November: ca. 300 Menschen nehmen an einer Veranstaltung zum Gedenken an die Reichspogromnacht in der Gadeländer Grund- und Hauptschule teil und protestieren anschließend vor dem geöffneten Club 88.