Prolog
Am 8. Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht als letzte noch existente und funktionsfähige Institution des Faschismus. Zu diesem Zeitpunkt ist nahezu ganz Deutschland, bis auf Schleswig-Holstein, schon befreit. Viele Täter und Verantwortliche des deutschen Faschismus flohen in die „nicht besetzten“ Gebiete und eine entsprechend große Anzahl hat sich zu Kriegsende in Schleswig Holstein verkrochen.
Die Engländer errichteten im Juni 1945 in Neumünster-Gadeland auf dem Gelände der Köster’schen Leder Fabrik (Famila, Haart) ein Internierungslager, in dem sie ca. 10.000 verdächtige Nazis festsetzten.
1955: Zum 10. Jahrestag der Eröffnung des Internierungslagers versammeln sich ca. 3000 ehemals Internierte, die sich selber als „Gadeländer“ bezeichnen in Gadeland, um u. a. eine Entschädigung für ihre „Haft“ zu fordern.
Dieses Treffen wird von 2000 Polizisten beschützt, die brutal die 2000 protestierenden GewerkschafterInnen zurückdrangen.
Versuch einer Übersicht der Naziaktivitäten in Neumünster seit 1980

1980
Bis 1986 treten keine organisierten Neo-Nazis in Neumünster offentlich in Erscheinung, lediglich anlässlich des Volkstrauertags treffen sich auch Alt-Nazis mit ihren Traditionsverbänden, zum Beispiel der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der SS (HIAG), auf dem ehemaligen Heldenhain (jetzt Friedenshain), um ihrer Toten des Krieges zu Gedenken. Proteste gegen diese Altnazis gab es anlasslich mehrerer Volkstrauertage in dieser Zeit. Von den wenigen vereinzelten Nazischmierereien aus dem Zeitraum, sei nur die 1980/81 an der Grund- und Hauptschule Gadeland (gegenüber dem jetzigen Club 88) gemalte erwähnt, weil sie nicht nur das übliche Hakenkreuz und „Sieg Heil“ beinhaltete, sondern auch den Schriftzug „KZ Gadeland“ und „KL Gadeland“ und so möglicherweise direkten Bezug auf das anfangs erwähnte Internierungslager der Engländer nimmt.